Kampf um Anerkennung / Musik- und Kunsttherapeuten gründen die „Lëtzebuergesch Federatioun fir kënschtleresch Therapien“

Artikel in der Tageszeitung “Tageblatt” vom 7. Februar 2024

Seit Jahren kämpfen Musik- und Kunsttherapeuten vergeblich um die Anerkennung ihres Berufes. Um ihre Kräfte zu bündeln, gründen zwei Vereinigungen nun die „Lëtzebuergesch Federatioun fir kënschtleresch Therapien“.

„Kreative Medien fördern Ihre Ausdruckskraft und -möglichkeiten, vor allem für Dinge, die (noch) schwer in Worte zu fassen sind.“ So resümiert die luxemburgische Vereinigung der Kunsttherapeuten ALAtD („Association luxembourgeoise des art-thérapeutes diplômés“) den Zweck einer Kunsttherapie. Das Problem ist allerdings, dass Kunsttherapeut bis heute keine anerkannte Berufsgruppe ist, ebenso wenig wie Musiktherapeut.

 

Kunst- und Musiktherapeuten kämpfen in der Grauzone um Anerkennung“, schrieb das Tageblatt bereits 2018 in einem Artikel. Bis heute hat sich jedoch nichts geändert, die Therapeuten kämpfen immer noch für eine offizielle Anerkennung ihres Berufstitels.

In Luxemburg gibt es zwei Vereinigungen, die auf dem Gebiet tätig sind: Zum einen die „Gesellschaft fir Musiktherapie zu Lëtzebuerg“ (GML), die dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, zu anderem die ALAtD. Um die offizielle Anerkennung ihres Berufs voranzutreiben, und da man gemeinsam stärker ist, werden sich die zwei Vereinigungen nun zu der „Lëtzebuergesch Federatioun fir kënschtleresch Therapien“ – voraussichtlich noch in diesem Frühjahr – zusammenschließen.

Die etablierten Musiktherapeuten könnten ihrem Beruf in Luxemburg nur nachgehen, wenn sie „nebenbei“ noch eine andere Ausbildung haben, wie z.B. als Therapeut, erklärt Isabelle Toussaint-Dartevelle von der GML. Heute könne man in einigen Ländern aber auch direkt einen Master in Musik- oder Kunsttherapie machen. „Da diese Berufe nicht in Luxemburg anerkannt sind, bleiben die Therapeuten nach ihrem Studium oft gleich im Ausland und arbeiten dort.“

Die Nachfrage, zumindest an Musiktherapeuten, sei sehr groß, sagt Toussaint-Dartevelle, es gebe mittlerweile sogar Wartelisten. Sie weist darauf hin, dass sogar im „Journal officiel“ vom September 2023 Kunst- und Musiktherapeuten als Mangelberufe aufgelistet seien. „Ein Paradox, das Fragen aufwirft“, schreibt die GML in einer Pressemitteilung. Momentan vertreten beiden Vereinigungen insgesamt 67 Therapeuten. Laut Isabelle Toussaint-Dartevelle gibt es rund 100 Kunst- oder Musiktherapeuten in Luxemburg. (c.mol.)

Tageblatt.pdf